Die atmende Wand

Das Theaterstück “Die atmende Wand“ handelt vom kleinen Solitarius und seinem Vater Patrem, die in einer Art Konzentrationslager Gewalt, Trennung und schließlich ihren Tod erleiden. Eine Lesung des Theaterstücks wird mit dem Autor und Schauspieler Yannick Reimers für Schulen, Gedenktage und -orte, sowie für besondere Anlässe angeboten. Dabei liest er nicht einfach vor, sondern stellt das gesamte Stück szenisch dar. Begleitet wird er von der Musikerin Karla Feles auf dem Akkordeon. Nicht nur zum Erinnern ist die Lesung ein emotionaler Vermittler. Auch wenn es um Diskriminierung im Allgemeinen geht, hilft sie dabei, sich dem Verstehen zu öffnen und schafft ein Bewusstsein dafür, wie weit Fremdenfeindlichkeit im schlimmsten Fall gehen kann. Die Lesung dauert ungefähr 25 Minuten.

„Die Idee, eine Erinnerung zu schaffen und so dem Neonazismus einen Stolperstein vor die Füße zu legen, kam mir nach einem Anschlag am 21. September 2012 bei der Einweihung des Zwangsarbeiter-Mahnmals neben dem CCB-Fachmarktzentrum in Bergedorf. Als Gast der Veranstaltung hörte ich die Rede des Bergedorfer Bezirksamtsleiters Arne Dornquast, welcher zehn ehemalige NS-Zwangsarbeiter begrüßte. Die Zwangsarbeiter haben damals in der Stuhlrohrfabrik wohnen und arbeiten müssen. Diese wurden von der Stadt Hamburg eingeladen, um durch ihre Teilnahme ein „Zeichen der Versöhnung“ zu setzen. Plötzlich tauchte ein Mann im schwarzem Ledermantel auf und sprühte Reizgas in die Augen der polnischen Ehrengäste. Die Polizei war sofort zur Stelle, verhaftete den Mann und die Verletzten wurden ins Krankenhaus gebracht. Mit Husten und einem Schock kam ich davon.

Seitdem habe ich wiederholt an diese Situation denken müssen.
In den Zeitungen erlebte ich den Schrecken ein weiteres Mal und postete daraufhin ein Foto mit einem Kommentar meiner Empörung auf Facebook. Auf dieses Foto stieß der Künstler des Mahnmals Jan de Weryha und so stellte sich ein Kontakt her. Wir tauschten uns schriftlich über das Ereignis aus und er lud mich in sein Atelier ein, wo wir über sein Leben und sein Schaffen sprachen. Seine Projekte gegen den Nationalsozialismus haben mich sehr beeindruckt.

Das ausgrenzende, feindselige und gewalttätige Verhalten, das von diesen Menschen ausgeht hat, mich schon immer gestört. Der Gedanke an dieses Erlebnis, die Werke von Jan de Weryha, und die Gespräche mit ihm haben in mir das starke Bedürfnis geweckt, etwas gegen Neonazismus zu unternehmen und ein Zeichen gegen Diskriminierung zu setzen.“ Yannick Reimers

WEB WAND.jpgFoto: Marco Wolff

,,Ein Stück, welches richtig unter die Haut geht! Yannick Reimers zog das Publikum sofort in seinen Bann. Tolle Veranstaltung! Die atmende Wand ist ein Theaterstück gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, das jeder kennenlernen sollte.” Kesbana Klein, Bezirkspolitikerin

“Ein tief beeindruckendes Stück eines klasse Autoren & Darstellers, das uns alle zu tiefem Nachempfinden und -Denken anregt / e! Danke an den Autor, Denker, Beweger, Darsteller Yannick Reimers für dieses Große Geschenk an unsere Gesellschaft!“ Thorsten Schmidt, Mitglied des Arbeitskreises gegen Rechtsextremismus der SPD Hamburg

„ Die atmende Wand hat mich sehr beeindruckt! Ich konnte in dem Moment auch gar nichts dazu sagen, so viele Gedanken flogen durch den Kopf. Sie lassen sich auch jetzt noch nicht so formulieren, wie es angemessen wäre. Es ist gut zu wissen, dass sich doch so viele Menschen dafür engagieren, die Grausamkeiten des letzten Jahrhunderts nicht vergessen zu lassen. Es passieren so viele furchtbare Dinge in der Welt. Bildung tut not!“ Manon Flindt

Hamburger Abendblatt, 28. Januar 2015

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Bild, 28. Januar 2015

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