Farben meiner Seele

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Folgenden Text postete ich, mit diesem Foto (unten), vor einiger Zeit auf Facebook:

Trans.jpg„Vor ein paar Wochen habe ich einen Freund verloren. Er nahm sich das Leben. Er war sehr feminin und fiel dadurch auf. Es macht mich traurig und wütend, wenn manchen Menschen solch ein Hass entgegen gebracht wird. Jede/r ist in irgendeiner Richtung anders als andere. Egal, ob uns Hobbys, Interessen, Herkunft, Religion, Sexualität oder Aussehen unterscheiden. Wer jemanden wegen seiner Andersartigkeit ausgrenzt, schließt oft einen wichtigen Gedanken aus: Was macht das mit diesem Menschen? Ich weiß nicht genau, ob solche Dinge meinen Freund zu seinem Entschluss brachten, aber ich weiß, dass es einigen so geht. Auslachen und böse Blicke verteilen ist einfach, jemand Fremdes anlächeln und näher kommen vielleicht nicht immer. Es sollte umgekehrt sein. Wir müssen unbedingt Letzteres tun und Ersteres lassen. Niemand möchte alleine sein und niemand müsste es sein. Je mehr etwas in die Öffentlichkeit getragen wird, desto normaler wird es. Deswegen zeige ich mich so. Für meinen Freund, für alle, die sich in irgendeiner Form ausgeschlossen fühlen und um den Fremdenhass etwas entgegen zu setzen. Lasst uns bitte zusammen Respekt und Mut zeigen. Lasst uns gemeinsam auf ein zufriedenes Leben hinarbeiten. Für alle. Es gibt schon genug Wahnsinn da draußen. Wir müssen uns nicht noch gegenseitig übereinander stellen. Jeder Mensch hat wundervolle Seiten, mit einem klaren, offenen Blick könnten wir am Ende vielleicht sogar einen Freund gewinnen.“

Ein Posting reichte mir nicht. Nach vielen motivierenden Kommentaren und herzlicher Anteilnahme beschloss ich nun ein kleines Buch zu schreiben. Mit Bildern von mir als Frau gekleidet und geplanten Lesungen in dieser Aufmachung. Ein Foto- Textbuch, das wie die vorangegangenen Worte weniger etwas von einem Abschied als vielmehr etwas von einer Begrüßung haben soll. 

Mach mit!
Im letzten Teil des Buches sollen Erfahrungen mit Ausgrenzung dokumentiert und ein kleiner Einblick in die Unterschiedlichkeiten dieser gegeben werden. Du kannst ein Teil dieses Aufklärungsprojekts werden: melde Dich unter lion-maximilian@hotmail.de mit einem kurzen Text über Dein Erlebnis mit Ausgrenzung. Dabei ist es egal, ob diese mit Deinen Hobbys, Interessen, Herkunft, Religion, Sexualität oder Aussehen zu tun hat. Jede Form soll gezeigt werden und vielleicht stellt sich am Ende ja heraus, dass wir doch alle in einem Boot sitzen.
Die Fotografin Sonja Lesinski würde ein Foto von Dir machen, das mit einem kurzen Text zu Deiner Ausgrenzungserfahrung in dem Buch veröffentlicht werden würde.

Bergedorfer Zeitung, 11. Juni 2016

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